Aquamarin zählt zu den eher unterschätzten Edelsteinen. Obwohl hochwertige Exemplare durchaus rar sind und als Wertanlage interessant sein können, haben sie viele Anleger nicht im Blick. Das liegt vermutlich daran, dass die Grundform dieses Steins – als Varietät des Berylls – vergleichsweise oft in der Natur vorkommt. Doch gerade die Kombination aus seltener Qualität und markanter Optik macht ihn für Kenner attraktiv.
Typisch für den Aquamarin ist seine klare, meeresblaue Farbe. Sie reicht von zartem Türkis bis hin zu kräftigen Blautönen. In seiner äußeren Form ähnelt er anderen Beryllen. Er wächst meistens als sechseckiger Kristall mit einer prismatischen bis säulenartigen Gestalt in sogenannten Pegmatiten – also grobkörnigen Gesteinsansammlungen wie Granit.
Die Oberfläche zeigt einen gläsernen Glanz. Je nach Fundort und Bedingungen kann der Stein durchsichtig bis leicht durchscheinend sein. Wie viele Edelsteine ist auch der Aquamarin spröde und sollte entsprechend vorsichtig bearbeitet werden. Seine Härte liegt wie bei allen Beryllen zwischen 7,5 und 8 auf der Mohs-Skala.
Der Name „Aquamarin“ leitet sich vom Lateinischen ab. Er setzt sich aus den Wörtern „aqua“ für Wasser und „marina“ für das Meer zusammen.
Bitte merken Sie sich:
Aquamarine werden für Anleger ab einer Größe von mindestens [Karatzahl] ct. spannend. Voraussetzung ist jedoch, dass sich auch Farbe, Klarheit und Schliff auf hohem Niveau präsentieren. Für Steine mit diesen Merkmalen liegt der Einstiegspreis bei etwa [Preis] Euro. Wird Ihnen ein Exemplar zu einem deutlich niedrigeren Preis angeboten, obwohl das Gewicht stimmt, sollten Sie misstrauisch werden – meistens zeigen sich dann Schwächen in anderen Qualitätsbereichen.
Die Farbe ist der wichtigste Faktor für die Wertbestimmung. Je kräftiger und klarer das Blau, desto gefragter ist der Stein. Dabei entscheiden oft Nuancen im Ton über den Preis. Verantwortlich für die Färbung sind Eisenanteile im Kristall. Je nach Konzentration entsteht ein mehr oder weniger intensives Blau.
Hinzu kommt: Aquamarine verändern je nach Lichteinfall leicht ihre Farbe. Dieser als Pleochroismus bezeichnete Effekt zeigt sich wie folgt. Wird der Stein bewegt, kann er aus einem Blickwinkel fast farblos erscheinen, aus einem anderen dagegen in tiefem Blau leuchten. Die Intensität des Farbwechsels trägt ebenfalls zur Preisgestaltung bei.
Achtung: Da kräftige, natürlich gefärbte Aquamarine sehr selten sind, wird bei vielen Exemplaren nachgeholfen. Durch eine Erhitzung auf etwa 400 Grad Celsius kann der begehrte Blauton künstlich erzeugt werden. Diese behandelten Steine sind zwar beliebt und gängig im Schmuckbereich, für eine Geldanlage aber nicht geeignet.
Bitte merken Sie sich:
Der Preis vieler Investment-Edelsteine steigt exponentiell mit ihrer Größe. Bei Aquamarinen ist das aufgrund spezieller Farbeigenschaften mitunter anders. Den beliebten satten, dunklen Blauton weisen nämlich meistens nur größere Exemplare auf. Kleine Steine sind in der Regel eher hell. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass kleine, dunkle Stücke extrem selten sind.
Dadurch kann es passieren, dass der Aquamarin-Preis pro Karat bei solchen Funden wesentlich höher ausfällt als der von großen Steinen. Andersherum bedeutet das aber auch, dass größere Aquamarine mit intensiver Färbung nicht zwangsläufig in der gleichen Weise teurer werden wie etwa Rubine oder Saphire mit perfekter Tönung.
Der perfekte Investment-Aquamarin ist kristallklar und augenrein. Solche Exemplare sind besonders selten. Die meisten Steine weisen jedoch, bedingt durch ihre Kristallgitterstruktur, feine Kanäle auf. Manche von ihnen sind hohl, andere mit Flüssigkeiten oder Gasen gefüllt und wieder andere haben Einschlüsse von weiteren Mineralien. Fissuren, Trübungen, weiße Streifen und Wölkchen sind die häufigsten daraus resultierenden Effekte. Je stärker diese Merkmale ausgeprägt sind, desto geringer fällt der Wert aus.
Ausnahmen bilden Aquamarine mit sogenanntem Katzenaugen- oder Sterneffekt. Diese optischen Phänomene entstehen, wenn das Licht durch nadelförmige, speziell angeordnete Einschlüsse im Kristall reflektiert wird. Der Stein zeigt dann einen schimmernden Streifen (ähnlich dem Auge einer Katze) oder ein strahlenförmiges Muster (eine Sternstruktur) auf der Oberfläche.
Bitte merken Sie sich:
Nur augenreine Aquamarine eignen sich für eine Investition. Die einzige Ausnahme sind Varianten mit einem gut ausgeprägten Katzenauge oder einem Stern. Sie können trotz – oder gerade wegen – der markanten Einschlüsse sehr wertvoll sein.
Erst durch einen fachkundigen Schliff zeigt der Aquamarin seine volle Pracht. Bei klaren Exemplaren sorgt eine Facettierung dafür, dass das Licht optimal reflektiert wird – so entsteht ein einzigartiger Glanz, der den Stein regelrecht lebendig wirken lässt. Bei weniger durchsichtigen Stücken oder solchen mit Katzenauge bzw. Sterneffekt bevorzugt man hingegen einen glatten Cabochon-Cut. Auch Kugelschliffe für Ketten sind beliebt.
Da Aquamarin wie der Smaragd zu den spröden Edelsteinen zählt, erfordert die Bearbeitung ein hohes Maß an Können. Der Stein bricht unregelmäßig und muss mit viel Feingefühl geschliffen werden, um nicht zu splittern oder an Wert zu verlieren.
Bitte merken Sie sich:
Der Schliff spielt eine große Rolle für den Gesamteindruck – entscheidend ist aber nicht die Form an sich, sondern eher das Ergebnis. Der Cut sollte Farbe, Reinheit und Lichtspiel möglichst gut hervorheben. Facetten bringen oft die besten Resultate, sind jedoch nicht automatisch ein Zeichen für einen hohen Wert. Wichtig ist, dass der Schliff zur jeweiligen Qualität des Steins passt.
Aquamarine kommen in der Natur vergleichsweise häufig vor und sind tatsächlich auf allen Kontinenten zu finden. Der größte Teil der kommerziell nutzbaren Qualitäten befindet sich in Brasilien. Dort werden immer wieder sehr klare, tiefblau glänzende und entsprechend große Exemplare gefördert. Weitere wichtige Abbaugebiete liegen in Mosambik, Madagaskar, Nigeria, Kenia und Pakistan.
Bitte merken Sie sich:
Wenn Sie Aquamarin kaufen möchten, sollten Sie sich auf Steine aus den genannten Top-Regionen konzentrieren. Bedenken Sie: Die Herkunft bestimmt den Preis bei Farbedelsteinen maßgeblich mit. Sie wirkt wie eine Art Gütesiegel. Außerdem besteht die Chance, dass sehr gute Exemplare aus diesen Ländern massiv im Wert steigen, wenn die dortigen Minen nur noch minderwertige Qualität liefern: Stichwort „Zukunftsbonus“.