Was macht einen Aquamarin wertvoll?
Der Wert eines Aquamarins wird durch vier zentrale Faktoren bestimmt: Farbe, Reinheit, Schliff und Karatgewicht. Für ein seriöses Investment müssen alle vier Kriterien stimmen – ein Kompromiss bei auch nur einem Faktor kann den Wiederverkaufswert erheblich mindern.
Das wichtigste Kriterium die Farbe
Die Farbintensität ist beim Aquamarin der entscheidende Preistreiber. Während blasse, fast farblose Steine in großer Menge verfügbar sind, erzielen Exemplare mit sattem, tiefem Meerblau Spitzenpreise. Die begehrteste Farbbezeichnung ist „Santa Maria“ – benannt nach der legendären Mine in Brasilien, die besonders intensiv gefärbte Steine hervorbrachte.
Interessant für Kenner: Aquamarine zeigen einen ausgeprägten Pleochroismus. Je nach Betrachtungswinkel erscheint derselbe Stein von nahezu farblos bis tiefblau. Ein erfahrener Schleifer nutzt diesen Effekt, um die Farbe optimal zur Geltung zu bringen.
Die Reinheit von Aquamarin
Im Gegensatz zu Smaragden, bei denen leichte Einschlüsse akzeptiert werden, gilt beim Aquamarin: Ein Investment-Stein muss augenrein sein. Glücklicherweise kommen Aquamarine in der Natur häufiger ohne sichtbare Einschlüsse vor als viele andere Edelsteine.
Typische Einschlüsse sind feine, parallel verlaufende Kanäle im Kristallgitter, die bei minderwertigen Steinen als weiße Streifen oder Wölkchen sichtbar werden. Solche Exemplare eignen sich nicht als Wertanlage.
Der Schliff – Präzision für maximale Brillanz
Klare Aquamarine werden fast ausschließlich facettiert geschliffen. Die Facetten brechen das Licht und erzeugen das charakteristische Feuer des Steins. Beliebte Schliffformen sind Oval, Tropfen und der klassische Smaragdschliff (Stufenschliff).
Nur Steine mit Einschlüssen oder dem seltenen Katzenaugen-Effekt erhalten einen Cabochon-Schliff – eine glatt polierte, gewölbte Oberfläche.
Karatgewicht und Preis von Aquamarin
Der Aquamarin-Preis pro Karat steigt nicht linear mit dem Gewicht. Kleine Steine unter 5 Karat sind vergleichsweise günstig, da sie häufiger vorkommen. Investment-Qualität beginnt erfahrungsgemäß bei Steinen ab 5 Karat mit exzellenter Farbe und Reinheit.
Preislich bewegen sich hochwertige Aquamarine zwischen 200 und 800 Euro pro Karat – deutlich günstiger als die Big Four, was sowohl Chance als auch Risiko bedeutet: Die Wertsteigerungspotenziale sind vorhanden, aber die Nachfrage ist weniger stabil.




