Quarz besteht aus Siliziumdioxid und kommt in zwei Hauptformen vor. Makrokristalliner Quarz bildet große, sichtbare Kristalle wie Bergkristall oder Amethyst. Mikrokristalliner Quarz, auch Chalcedon genannt, umfasst Varietäten wie Achat, Jaspis und Karneol.
Die verschiedenen Farben entstehen durch Spurenelemente oder natürliche Bestrahlung im Erdinneren. Eisen erzeugt das Violett des Amethysts, Aluminium und natürliche Strahlung das Braun des Rauchquarzes.
Der farblose, transparente Bergkristall ist die reinste Form des Quarzes. Sein Name stammt vom griechischen Wort für Eis, da man früher glaubte, er sei ewig gefrorenes Wasser. Bergkristall kommt weltweit in großen Mengen vor und ist entsprechend günstig.
Der violette Amethyst ist die bekannteste farbige Quarz Varietät. Seine Farbe reicht von hellem Flieder bis zu tiefem Purpur. Obwohl Amethyst früher zu den wertvollen Edelsteinen zählte, führten große Funde in Brasilien zu einem Preisverfall. Heute ist er erschwinglich und kein Investment Edelstein.
Der gelbe bis orangefarbene Citrin ist in natürlicher Form selten. Der meiste Citrin im Handel entsteht durch Erhitzen von Amethyst oder Rauchquarz. Diese Behandlung ist dauerhaft und im Handel akzeptiert, mindert aber den Sammlerwert. Mehr erfahren unter Citrin.
Der zart rosa Rosenquarz verdankt seine Farbe Spuren von Titan, Eisen oder Mangan. Er ist meist trüb und wird daher oft zu Cabochons oder Dekorationsgegenständen verarbeitet. Transparente Exemplare sind selten, aber auch sie erreichen keine Investment relevanten Preise.
Der braune bis schwarze Rauchquarz entsteht durch natürliche Bestrahlung von farblosem Quarz. Die dunkelste Varietät heißt Morion. Rauchquarz ist häufig und günstig, kann aber in großen, klaren Exemplaren durchaus attraktiv sein.
→ Mehr zum Rauchquarz erfahren Sie auf unserer Detailseite.
Die Quarz Familie umfasst viele weitere Mitglieder. Prasiolith ist grüner Quarz, der meist durch Erhitzen von Amethyst entsteht. Ametrin kombiniert Amethyst und Citrin in einem Stein. Rutilquarz enthält goldene Rutilnadeln als Einschlüsse.
Die Schönheit der Quarz Varietäten steht außer Frage. Als Wertanlage eignen sie sich dennoch nicht. Dafür gibt es mehrere Gründe.
Quarz ist extrem häufig. Er macht etwa 12 Prozent der Erdkruste aus und wird auf allen Kontinenten gefunden. Diese enorme Verfügbarkeit verhindert jede Knappheit, die für Wertsteigerungen nötig wäre.
Die Preise sind niedrig. Selbst hochwertige Amethyste oder Citrine kosten selten mehr als 20 bis 50 Euro pro Karat. Bei diesen Preisen ist kein nennenswertes Wertsteigerungspotenzial vorhanden.
Es existiert kein Sammler oder Investment Markt. Anders als bei Rubinen oder Saphiren gibt es keine etablierte Nachfrage von Investoren oder vermögenden Sammlern, die hohe Preise für außergewöhnliche Steine zahlen würden.
Behandlungen sind weit verbreitet. Viel Citrin ist erhitzter Amethyst, viel Amethyst wird zur Farbverbesserung behandelt. Das macht die Bewertung schwierig und mindert das Vertrauen in den Markt.
Obwohl Quarz kein Investment ist, hat er als Schmuckstein viele Vorteile. Die Härte von 7 auf der Mohs Skala macht ihn robust genug für den täglichen Gebrauch. Die Vielfalt an Farben und Formen bietet für jeden Geschmack etwas. Die günstigen Preise ermöglichen großzügige Schmuckstücke ohne großes Budget.
Wer einen schönen Edelstein für Schmuck sucht, findet in der Quarz Familie attraktive Optionen. Wer eine Wertanlage sucht, sollte sich anderswo umsehen.