Der Wert eines Aquamarins wird durch vier zentrale Faktoren bestimmt. Farbe, Reinheit, Schliff und Karatgewicht müssen für ein seriöses Investment stimmen. Ein Kompromiss bei auch nur einem Faktor kann den Wiederverkaufswert erheblich mindern.
Die Farbintensität ist beim Aquamarin der entscheidende Preistreiber. Während blasse, fast farblose Steine in großer Menge verfügbar sind, erzielen Exemplare mit sattem, tiefem Meerblau Spitzenpreise. Die begehrteste Farbbezeichnung ist Santa Maria. Dieser Begriff stammt von der gleichnamigen Mine in Brasilien, die besonders intensiv gefärbte Steine hervorbrachte.
Aquamarine zeigen einen ausgeprägten Pleochroismus. Je nach Betrachtungswinkel erscheint derselbe Stein von nahezu farblos bis tiefblau. Ein erfahrener Schleifer nutzt diesen Effekt, um die Farbe optimal zur Geltung zu bringen.
Im Gegensatz zu Smaragden, bei denen leichte Einschlüsse akzeptiert werden, gilt beim Aquamarin eine klare Regel. Ein Investment-Stein muss augenrein sein. Glücklicherweise kommen Aquamarine in der Natur häufiger ohne sichtbare Einschlüsse vor als viele andere Edelsteine.
Typische Einschlüsse sind feine, parallel verlaufende Kanäle im Kristallgitter. Bei minderwertigen Steinen werden diese als weiße Streifen oder Wölkchen sichtbar. Solche Exemplare eignen sich nicht als Wertanlage.
Der Aquamarin-Preis pro Karat steigt nicht linear mit dem Gewicht. Kleine Steine unter 5 Karat sind vergleichsweise günstig, da sie häufiger vorkommen. Investment-Qualität beginnt erfahrungsgemäß bei Steinen ab 5 Karat mit exzellenter Farbe und Reinheit.
Preislich bewegen sich hochwertige Aquamarine zwischen 200 und 800 Euro pro Karat. Das ist deutlich günstiger als die Big Four, was sowohl Chance als auch Risiko bedeutet. Die Wertsteigerungspotenziale sind vorhanden, aber die Nachfrage ist weniger stabil.
Klare Aquamarine werden fast ausschließlich facettiert geschliffen. Die Facetten brechen das Licht und erzeugen das charakteristische Feuer des Steins. Beliebte Schliffformen sind Oval, Tropfen und der klassische Stufenschliff.
Nur Steine mit Einschlüssen oder dem seltenen Katzenaugen-Effekt erhalten einen Cabochon-Schliff mit glatt polierter, gewölbter Oberfläche.
Der Markt für Edelsteine kennt verschiedene Formen von Imitationen und Behandlungen. Wer einen Aquamarin als Investment kaufen möchte, muss wissen, worauf zu achten ist.
Die mit Abstand häufigste Behandlung bei Aquamarinen ist das Erhitzen. Dabei werden grünliche oder gelbliche Töne entfernt, um ein reineres Blau zu erzielen. Diese Behandlung ist im Handel akzeptiert und muss deklariert werden. Sie mindert den Wert jedoch gegenüber unbehandelten Steinen. Im Gegensatz zu Smaragden werden Aquamarine nicht geölt oder mit Kunstharz gefüllt. Wer einen ölbehandelten Aquamarin angeboten bekommt, sollte misstrauisch werden.
Synthetische Aquamarine aus dem Labor existieren, sind aber selten im Handel. Häufiger werden blaue Topase, Spinelle oder gefärbtes Glas als Aquamarin-Imitationen verkauft. Für Anleger gilt eine klare Empfehlung. Kaufen Sie ausschließlich Steine mit Zertifikat eines anerkannten gemmologischen Instituts wie der DSEF, GRS oder SSEF. Das Zertifikat bestätigt Echtheit, eventuelle Behandlungen und Herkunft.
Der Aquamarin ist ein wunderschöner Edelstein mit solider Werthaltigkeit. Als primäres Investment empfehlen wir ihn dennoch nicht. Für den Aquamarin sprechen die attraktiven Einstiegspreise im Vergleich zu Rubin, Saphir oder Smaragd. Hinzu kommt eine gute Verfügbarkeit in hohen Qualitäten sowie das Potenzial für Wertsteigerungen bei Steinen aus aufstrebenden Regionen wie Mosambik. Gegen den Aquamarin als Hauptinvestment sprechen die geringere und weniger stabile Nachfrage als bei den Big Four
Es existiert kein etablierter Sekundärmarkt für den Wiederverkauf. Zudem unterliegen die Preise Schwankungen durch variierende Fördermengen. Unsere Empfehlung lautet daher, zunächst in die etablierten Investment-Edelsteine Rubin, Saphir, Smaragd und Tansanit zu investieren.