Tsavorit – Basiswissen

Rohstein-Rubin

Infos zum Edelstein Rubin

Der Rubin ist der begehrteste Farbedelstein der Welt. Diese besondere Stellung verdankt er nicht nur seiner leuchtend roten Farbe und hohen Härte, sondern auch dem Umstand, dass bis ins 19. Jahrhundert nahezu alle roten Edelsteine als Rubine bezeichnet wurden – unabhängig von ihrer mineralogischen Zusammensetzung.

Erst mit der Entwicklung moderner Analysemethoden wurde deutlich, dass viele dieser vermeintlichen Rubine in Wahrheit andere Minerale wie Spinell oder Rubellit waren. Seinem Ruf als Inbegriff des roten Edelsteins schadete diese Entdeckung nicht, zumal dadurch auch deutlich wurde, wie extrem selten Rubine hoher Qualität in der Natur vorkommen.

Mineralogisch handelt es sich beim Rubin um die rote Varietät des Minerals Korund – alle anderen Varietäten wie zum Beispiel blaue und gelbe Korunde werden als Saphir bezeichnet. Seine charakteristische Farbe entsteht durch das im Kristallgitter des Minerals enthaltene Chrom. Rubine entstehen in Marmor (siehe Abbildung), Gneis, Amphibolit, Pegmatit, Basalt oder Andesit.

Auf der Mohs-Härteskala erreicht der Rubin einen Wert von 9, womit er zu den härtesten Edelsteinen überhaupt zählt und nur vom Diamanten mit einer Mohs-Härte von 10 übertroffen wird.

Bitte merken Sie sich:

Als Wertanlage interessant gelten Rubine ab einem Gewicht von 1,0 ct.  – vorausgesetzt, sie weisen auch bei Farbe, Reinheit und Schliff Top-Werte auf.

Der Einfluss der Farbe auf den Wert eines Rubins

Vor allem die Farbe ist bei Rubinen entscheidend für den Wert. Besonders begehrt sind Rubine in einem intensiven, leuchtenden Rotton. Wenn hier noch eine leichter Blaustich hinzukommt, spricht man vom sogenannten Taubenblutrot (in englisch: pigeon blood red), das charakteristisch für besonders wertvolle Rubine aus Myanmar (ehemals Burma) und Mosambik ist.

Aber auch Rubine ohne Blaustich mit intensiven Rotton sind sehr begehrt und wertvoll. Man muss sich als Anleger natürlich bewusst sein, dass die Geschmäcker über die Jahre auch variieren können. Deshalb finden Sie auch in unserem Sortiment Rubine, deren Farbe mehr ins Pinke geht, was ebenfalls beliebt ist.

Bitte merken Sie sich:

Rot muss immer die dominierende Farbe sein und es ist wichtig, dass die Farbe intensiv UND gleichmäßig verteilt ist. Wenn dies nicht gegeben ist, führt das zu Abstrichen bei der Bewertung, die sich negativ auf den Wert auswirken.

Der Einfluss der Reinheit auf den Wert eines Rubins

Auch die Reinheit hat natürlich Einfluss auf die Qualität und somit auf den Wert eines Rubins. Im international anerkanntem Drei-Typen-Systems des Gemological Institute of America (GIA) werden Rubine der Klasse Typ 2 zugeordnet.

Das bedeutet, dass Einschlüsse bei Rubinen ein Merkmal für ihre Natürlichkeit sind, bei Steinen in hoher Qualität aber nur unter Vergrößerung erkennbar sind.

Bitte merken Sie sich:

Einschlüsse, die mit bloßem Auge sichtbar sind, sowie Einschlüsse, die Transparenz und Brillanz des Steins beeinträchtigen, führen zu Abzügen bei der Bewertung, was sich negativ auf den Wert auswirkt.

Hierzu noch ein Hinweis:

Wir präsentieren Ihnen die Steine in unserem Onlineshop vergrößert um den Faktor 5,67. Diesen Faktor haben wir gewählt, damit Sie sich die Steine etwas besser ansehen können. Je nach Endgerät kann die Darstellung aber natürlich abweichen. Die exakten Maße des jeweiligen Steins können Sie immer dem zugehörigen Befundbericht entnehmen.

Der Einfluss des Schliffs auf den Wert eines Rubins

Der Schliff eines Rubins ist weit mehr als nur eine Frage der Ästhetik – auch er ist ein entscheidendes Wertkriterium. Denn es gilt aus dem vorhanden Rohmaterial immer das bestmögliche Ergebnis herauszuholen, um seine volle Schönheit zur Geltung zu bringen, gleichzeitig aber möglichst wenig Material abzutragen.

Da bei Rubinen die Farbe im Vordergrund steht, wird für sie in den meisten Fällen ein Facettenschliff gewählt. Vor allem Oval- und Kissenschliff sind hier die beliebtesten Schliffformen, aber auch Tropfen-, Herz- und Achteckschliff werden angewandt.

Rubinen mit Brillantschliff findet man hingegen sehr selten. Das liegt vor allem daran, dass Rubine eine andere Lichtbrechung als Diamanten aufweisen und durch die vielen Facetten beim Brillantschliff das Licht so brechen kann, dass die Farbe des Steins im Prinzip „verwässert“. Darüber würde beim Brillantschliff aufgrund der Form der Rohsteine in den meisten Fällen sehr viel Material verloren gehen, was schlichtweg unwirtschaftlich ist.

Bitte merken Sie sich:

Beim Schliff kommt es in erster Linie darauf an, die Farbe des Rubins, also sein Feuer, optimal zur Geltung zu bringen. Die Schliffform an sich ist also nicht entscheidend, während Symmetrie und Politur einen sehr großen Einfluss auf den Wert eines Rubins haben.

Burma, Mosambik und Madagaskar – begehrte Herkunftsländer für Investment-Rubine

Die schönsten und wertvollsten Rubine der Welt kamen über viele Jahrhunderte aus Burma, dem heutigen Myanmar. Bis zum Jahrtausendwechsel offiziell verkündet wurde, dass kaum noch Rubine in hoher Qualität in Burma gefunden werden.

Als der Markt realisierte, dass der begehrte Rohstoff zur Neige geht, stieg die Nachfrage nach Rubinen in hoher Qualität aus Burma, was für große Preissprünge sorgte – der sogenannten Zukunftsbonus trat ein.

Wer Ende der 90er Jahre einen Investment-Rubin aus Burma erworben hat, kann sich bis heute über eine Verzehnfachung seiner Investition freuen. Wer einen solchen Rubin besitzt, hat eine wirklich tolle Wertanlage, die er überall auf der Welt verkaufen kann.

ABER heute einen Rubin aus Burma zu erwerben, macht aus Anlegersicht wenig Sinn. Die Preise für Rubine in hoher Qualität aus Burma sind teilweise doppelt so hoch wie für Rubine in vergleichbarer Qualität aus anderen begehrten Herkunftsländern, in denen aktuell noch hohe Qualitäten gefunden werden.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Rubine aus Mosambik und Madagaskar in hoher Qualität im Vergleich zu Rubinen aus Burma noch unterbewertet sind. Entsprechend ist bei diesen Rubinen das Wertsteigerungspotential natürlich deutlich höher – erst recht, wenn auch hier die Vorkommen irgendwann zur Neige gehen.

Vor allem Mosambik hat sich hier in den letzten Jahren weltweit einen Namen gemacht. Nicht nur, weil Mosambik inzwischen knapp 90% des weltweiten Bedarfs für Rubine in hoher Qualität abdeckt. In Mosambik werden Rubine in vergleichbarer, teilweise sogar besserer Qualität als in Burma gefunden, was spätestens seit der Versteigerung des Estrela de Fura im Juni 2023 weltweit bekannt ist.

Auch in Indien, Thailand, Vietnam, Pakistan, Kenia, Tansania, Tadschikistan und auf Sri Lanka werden Rubine gefunden. Da in diesen Ländern aber nur höchst selten Rubine in hoher Qualität gefunden werden, sind diese Länder nicht für hohe Qualitäten bekannt und entsprechend wenig begehrt.

Bitte merken Sie sich:

Anleger sollten sich vornehmlich auf Investment-Rubine aus Mosambik und Madagaskar konzentrieren, weil diese Länder als Herkunftsländer von Rubinen in hoher Qualität bekannt und begehrt sind.