Mineralogische Betrachtung des Kunzits
Kunzit ist die rosafarbene bis violette Edelstein-Varietät des Minerals Spodumen, eines Lithium-Aluminium-Silikats. Er entsteht typischerweise in lithiumreichen granitischen Pegmatiten. Die charakteristische Färbung des Kunzits wird durch geringe Mengen Mangan verursacht, die während des Kristallwachstums in das Spodumengitter eingebaut werden. Andere Spurenelemente können in Spodumen zu anderen Farbvarianten führen (z.B. Eisen zu gelblichen bis grünlichen Tönen bei Triphan oder Chrom zu kräftigem Grün bei Hiddenit), doch Kunzit bezeichnet spezifisch die rosa bis violetten Exemplare.
Mit einer Mohs-Härte von 6,5 bis 7 ist Kunzit zwar relativ hart, besitzt jedoch eine perfekte Spaltbarkeit in zwei Richtungen und ist zudem spröde. Dies macht seine Bearbeitung (Schleifen und Fassen) anspruchsvoll, da er leicht splittern oder brechen kann. Eine bemerkenswerte Eigenschaft des Kunzits ist seine Lichtempfindlichkeit: Bei intensiver und langanhaltender Sonneneinstrahlung oder starker Hitzeeinwirkung kann seine Farbe verblassen, weshalb er auch als „Abendstein“ bezeichnet wird und vor direktem Sonnenlicht geschützt aufbewahrt werden sollte. Die meisten Kunzite weisen eine hohe Reinheit auf und sind nahezu frei von Einschlüssen, was zu ihrer auffallenden Brillanz beiträgt. Ein weiteres markantes Merkmal ist der ausgeprägte Pleochroismus: Je nach Betrachtungswinkel zeigt der Stein unterschiedliche Farben oder Farbintensitäten, oft ein Spektrum von Rosa über Violett bis hin zu nahezu Farblos. Einige Kunzite können zudem eine leichte Phosphoreszenz aufweisen, d.h., sie leuchten nach intensiver Lichteinwirkung im Dunkeln schwach nach.
Obwohl Kunzit für seine natürliche Schönheit geschätzt wird, kann seine Farbe durch Erhitzen (Brennen) intensiviert oder verändert werden. Solche behandelten Steine sind jedoch deutlich weniger wert als naturbelassene Exemplare. Vorsicht ist auch bei synthetischen Steinen geboten, die als Kunzit angeboten werden; dabei handelt es sich oft um entsprechend eingefärbten künstlichen Korund. Die wichtigsten Abbaugebiete für Kunzit waren historisch die USA (Kalifornien, wo er 1903 von George Frederick Kunz erstmals identifiziert wurde). Heute gelten Brasilien (insbesondere die Region Minas Gerais), Afghanistan, Madagaskar, Myanmar und Pakistan als Hauptlieferanten für hochwertige Kunzite.
Wie und Wo wird der Kunzit verwendet?
Die vornehmliche Verwendung des Kunzits liegt im Schmuckbereich. Sein oft brillanter Glanz, die attraktiven rosa bis violetten Farbtöne und seine Transparenz machen ihn zu einem begehrten Edelstein für die Herstellung von elegantem Schmuck. Er wird gerne für Ringe, Anhänger, Ohrringe und Colliers verwendet, oft auch in Kombination mit Diamanten, die seinen Glanz noch unterstreichen.
Um seine Transparenz und Brillanz optimal zur Geltung zu bringen und den Pleochroismus zu berücksichtigen, werden Kunzite häufig im Facettenschliff, beispielsweise im Scheren- oder Treppenschliff, bearbeitet. Aufgrund seiner Spaltbarkeit und Sprödigkeit erfordert er jedoch eine sorgfältige Verarbeitung und sollte auch als gefasster Stein vor harten Stößen geschützt werden.
Neben seiner Rolle als Schmuckstein wird Kunzit auch in der Esoterik und Heilsteinkunde geschätzt. Ihm werden beruhigende und herzöffnende Eigenschaften zugeschrieben. Er soll innere Kraft schenken, Ängste lindern und Gefühle von Liebe, Mitgefühl und Hingabe fördern. Zudem gilt Kunzit als einer der Geburtssteine für den Monat Februar.
Eignet sich der Kunzit als Wertanlage?
Kunzit ist zweifellos ein außergewöhnlicher und attraktiver Schmuckstein. Seine Klarheit, Brillanz und die begehrten leuchtenden Rosé- bis Violetttöne führen zu einer beständigen Nachfrage bei Schmuckdesignern und -liebhabern weltweit. Große, reine und farbintensive Kunzite können durchaus beachtliche Preise erzielen. Dennoch gilt Kunzit nicht als klassischer Investment-Edelstein im engeren Sinne.
Seine Preise bewegen sich im Vergleich zu den „Big Three“ der Farbedelsteine (Rubin, Saphir, Smaragd) auf einem vergleichsweise moderaten Niveau. Selbst für hochwertigste Exemplare ist eine deutliche und schnelle Wertsteigerung, wie sie bei Investmentsteinen gesucht wird, seltener und weniger vorhersehbar. Der Markt ist stärker von Modetrends und der Nachfrage im Schmucksektor beeinflusst.
Seine Lichtempfindlichkeit und Spaltbarkeit können zudem Aspekte sein, die bei einer langfristigen Wertanlage bedacht werden müssen. Für Anleger, die nach Edelsteinen suchen, die sich besser als primäre Wertanlage eignen und gleichzeitig eine ähnliche Farbpalette wie Kunzit aufweisen, bieten sich folgende Alternativen an:
Rubellit (roter/pinker Turmalin): Kann dem Kunzit mit einem intensiven Pink bis Rotrosa ähneln und ist in Top-Qualitäten ein anerkannter Investmentstein.
Morganit (rosa Beryll): Kommt dem Kunzit in sanften Rosé- bis Pfirsichtönen nahe und ist ebenfalls ein geschätzter Edelstein. Kunzit bleibt somit primär ein wunderschöner Edelstein für individuelle Schmuckstücke, dessen Wert vor allem in seiner ästhetischen Anziehungskraft und seiner besonderen Ausstrahlung liegt.
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